Technische Analyse (mittelfristig)
Der Euro stellt sich zum Handelsschluss, gegenüber dem US-Dollar, auf 1.2917 und befindet sich aus markttechnischer Sicht, auf Basis des Daily Charts immer noch im sekundären Abwärtstrend. Der US-Dollar gewann letzte Woche an Wert. Der EURUSD hat das bullische Dreieck sowie den Support bei 1.2942 gebrochen. Die Supportzone ist in diesem Bereich jedoch sehr stark und reicht bis in den Bereich 1.2890 US-Dollar je Euro. Bis dieser nicht überwunden ist, kann mit einigen Pullbacks bis zum Widerstand und der unteren Schenkellinie des bullischen Dreiecks bei 1.3088 gerechnet werden. Short-Positionen auf mittelfristiger Basis sind daher ab nachhaltigen Burch der Supportzone zu empfehlen. Das Ziel wäre so dann bei 1.2650 zu suchen mit Supports im Bereich zwischen 1.2864 und 1.2840 US-Dollar je Euro
Technische Analyse (kurzfristig)
Auf kurzfristiger Basis (15min) ergeben sich einige Trademöglichkeiten. Da die Lage momentan nicht wirklich eindeutig ist, bevorzuge ich das Trading von kurzfristigen Swings. Die Indikatorenlage lässt auf eine bearishe Tendenz schliessen. Der Stochastic Oszillator steht zwar kurz vor dem Signal zur bullishen Bewegung, zeigt jedoch auch noch keine überverkaufte Situation. Der MACD weist auch keinerlei bullische Signale auf, daher rechne ich höchstens mit einer leichten bullischen Bewegung bis zu den EMA`s bzw. der Abwärtstrendlinie oder einer Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends. Weitere kurzfristige Tradingsetups kann man dem Chart entnehmen. Wie immer gilt bei Eröffnung auf die Dynamik zu achten.
Trading-Tipp
Ich für meinen Teil halte es für enorm wichtig sich bei kurzfristigem Swing-Trading Take-Profits zu setzen. Ein Stop-Loss ist selbstverständlich. Ein Take-Profit alleine aus dem Grund, weil man beim Swing-Trading auf kurzfristiger Basis, durch die erhöhte Dynamik der Bewegungen, dazu verleitet werden kann auf weiter steigende/fallende Kurse zu hoffen und die Position zu lange zu halten. Das führt dazu, dass man so lange hofft bis der Kurs wieder in die andere Richtung ausschlägt. Eine noch bessere Methode ist, sich Stop-Loss sowie Take-Profit zu setzen und den Chart ausser Acht lassen, solange man glaubt bereits aus-, bzw. eingestoppt worden zu sein. Diese Methode hat sich bei mir bis jetzt am besten bewährt.
Fundamentale Analyse
Aus fundamentaler Sicht ist der Blick zur Zeit nach Europa, genauer gesagt Griehenland und Spanien gerichtet. Nach dem Wahlausgang in Griehenland steht die Frage nun im Raum, wie es weiter gehen wird. Ist ein Austritt Griehenlands aus der EU sogut wie besiegelt? Eins ist klar, sollte es zu einem Cut kommen, kann sich die EU auf weitere Einschnitte im Haushalt verlassen. Zudem würde die neue Regierung höchst wahrscheinlich die austehenden Schulden nicht mehr begleichen wollen, bzw. die Gläubiger würden nicht mehr bedient. Was solls den Großteil der Hilfen hat man ja bereits in Anspruch genommen.
In Spanien steht das Problem der solventen Sparkasse Bankia auf dem Plan, die jetzt zu 45% vom Staat übernommen werden soll.
Die Wahlen in Frankreich haben zudem zusätzliche Unsicherheit an den Finanzmärkten geschürt, weil der zum Präsidenten gewählte Hollande so gar nicht mit den Ansichten von Frau Merkel und Co. einverstanden ist. Da ist Klärungsbedarf vorhanden. Vergleicht man den Regierungswechsel in Frankreich im Jahre 1981, so könnte möglicherweise eine positive Entwicklung an der französischen Börse eintreten. Damals hatte ebenfalls eine sozialistisch gerichtete Partei die Macht übernommen und nach kurzen Einbruch der Aktienmärkte erfolgte dann eine Hausse.
Schauen wir in die USA. Da vekündet Warren Buffet es stünde schlecht um Europa. Aber er gibt die Hoffnung nicht auf. Dennoch, der Weg wird steinig und schwer. Danke Warren, jetzt gehts uns schon viel besser.
Aber wie sieht die Lage in den USA eigentlich aus?
DIe Verbraucherkredite sind deutlich gestiegen (-)
die Einzelhandelsumsätze ICSC gesunken (-)
EInzelhandelsumsätze Woche Redbook moderat gestiegen(-) (+)
Hypothekenanträge gestiegen (+)
Lagerbestände und Umsätze Grosshandel moderat gestiegen(-) (+)
Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe moderat gesunken von 368.000 auf 367.000 (+)
Die Handelsbilanz für März wies ein Minus von 51,3 Mrd aus, geschätzt wurden 49,9Mrd (-)
Importpreise sind gesunken (+)
Exportpreise sind gestiegen (+)
Der US-Staatshaushalt beläuft sich auf ein Plus von 59,5Mrd (+)
Erzeugerpreise für April sind gesunken (+)
Verbrauchervetrauen der Uni Michigan ist mehr als erwartet gestiegen (+)
Der Verlust der JP-Morgan hat jedoch zu keinem nachhaltigen Abverkauf geführt, wahrscheinlich sind die Marktteilnehmer noch nicht gefasst, unsicher waren sie auch vorher.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die US-Amerikanische Wirtschaft sich zur Zeit in einer leichten Erholung befindet. Nicht zuletzt aber bekräftigt durch die Europa-Krise und den Verlauf der Wahlen in Frankreich und Griechenland. Ein weiterer Abverkauf des Euro ist demnach möglich. Die gesunkenen US-Erzeugerpreise könnten mit den stagnierenden Ölpreisen begründet werden. Das steigende Handelsbilanzdefizit verweist jedoch auf weniger gutes Wirtschafstswachstum. Daher ist der zur Zeit fallende EURUSD Kurs eher politisch als aus wirtschaftlichen Gegebenheiten bedingt. Langfristige Short-Positionen sind daher vorerst nicht zu empfehlen.
Man sieht wie viel sich innerhalb einer Woche ändern kann. Ich habe das Gefühl, dass die europäischen Nachrichten viel mehr Gewicht auf die Finanzmärkte haben als die US-Amerikanischen. Zudem entwickelt sich die Wirtschaft der US-Amerikaner zur Zeit leicht positiv, was zusätzlich auf die europäischen Märkte drückt.
Spannend wird die Lage demnächst um JP-Morgan…

